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Elektronische Belege in Business Central

Einrichtung der Verarbeitung von Elektronischen Belegen.

Business Central bietet Standardfunktionen für elektronische Belege (E-Belege).

Im Verkaufsbereich würden diese jedoch teilweise ungeeignete Daten übertragen, daher erweitert RELion den Export der Verkaufsbelege um die korrekten Daten des Rechnungsstellers. Diese Dokumentation beschreibt die Einrichtung in Kurzform mit Fokus auf die RELion-spezifische Erstellung der XML-Datei.

Grundlagen enthält die Microsoft-Dokumentation Überblick über E-Belege. E-Belege für die Mietrechnung und die Betriebskostenabrechnung werden nicht über den Standard verarbeitet, erfordern aber ebenfalls eine Einrichtung.

1 - Einrichtung

Für die Übertragung von elektronischen Belegen sind verschiedene Einrichtungsschritte erforderlich.

Die folgenden Schritte sind zur Einrichtung für die Übertragung von E-Belegen erforderlich:

  • Elektronischen Belegdienst einrichten
  • Zu Exportierende Belege konfigurieren
  • Elektronische Belegformate einrichten
  • Belegsendeprofil einrichten
  • Belegaustauschdienst

Elektronischen Belegdienst einrichten

Für jedes genutzte Format ist ein eigener Elektronischer Belegdienst anzulegen.

Vorgehensweise:

  • Über die Suche den Menüpunkt E-Belegdienst öffnen.
  • Neuen E-Belegdienst anlegen oder bestehenden Dienst bearbeiten.
  • Im Feld Belegformat ein unterstütztes Format auswählen (z. B. PEPPOL BIS 3.0, XRechnung, ZUGFeRD).

XRechnung

Eine detaillierte Feldbeschreibung zu diesem Einrichtungsschritt ist im Abschnitt Einen E-Belegdienst einrichten der Microsoft-Dokumentation E-Belege einrichten verfügbar.

Hinweis

Die Einstellung der Käuferreferenz sollte aktiviert werden, z. B. auf Ihre Referenz. Ohne diese Einstellung können Validierungsfehler beim Empfänger auftreten. Änderungen in der Standardfunktionalität von Business Central sind möglich. Entsprechende Hinweise in den Microsoft Release Notes sind zu beachten.

Zu Exportierende Belege konfigurieren

Im E-Belegdienst die Funktion Unterstützte Quellbelegtypen einrichten wählen und die gewünschten Belegarten hinzufügen (z. B. Verkaufsrechnung, Verkaufsgutschrift).

Quellbelegtypen

Hinweis

RELion-Belege wie Mietrechnungen müssen nicht als Quellbelegarten konfiguriert werden.

Elektronische Belegformate einrichten

In der Seite Elektronische Belegformate ist für jedes erforderliche Format jeweils ein Eintrag für Verkaufsrechnung und Verkaufsgutschrift anzulegen. Folgende Felder sind zu befüllen:

  • Code
  • Beschreibung
  • Verwendung
  • Codeunit-ID
  • Codeunit-Beschriftung

Beispielwerte:

CodeBeschreibungVerwendungCodeunit-IDCodeunit-Beschriftung
PEPPOL BIS3PEPPOL BIS3-Format (Pan-European Public Procurement Online)Verkaufsrechnung1610Exp. Sales Inv. PEPPOL BIS3.0
PEPPOL BIS3PEPPOL BIS3-Format (Pan-European Public Procurement Online)Verkaufsgutschrift1611Exp. Sales CrM. PEPPOL BIS3.0
XRECHNUNGXRechnung VerkaufsrechnungVerkaufsrechnung13916Export XRechnung Document
XRECHNUNGXRechnung VerkaufsgutschriftVerkaufsgutschrift13916Export XRechnung Document
ZUGFERDZUGFeRD VerkaufsrechnungVerkaufsrechnung13917Export ZUGFeRD Document
ZUGFERDZUGFeRD VerkaufsgutschriftVerkaufsgutschrift13917Export ZUGFeRD Document

Hinweis

Für PEPPOL ist nur das Format PEPPOL BIS3 zulässig. Das Format PEPPOL 30 wird aktuell von RELion nicht unterstützt.

Belegsendeprofil(e) einrichten

In der Liste Belegsendeprofile ein neues Profil über Neu anlegen.

Belegsendeprofil

Weitere Informationen zu den Feldoptionen (z. B. E-Mail-Anhang, Elektronischer Beleg) finden sich in der Microsoft-Dokumentation:

Hinweis

Wird im Feld E-Mail-Anhang die Option E-Beleg oder PDF und E-Beleg gewählt, muss das Feld Elektronischer Beleg den Wert E-Beleg-Workflow enthalten und ein aktivierter Workflow hinterlegt sein.

Vergleich der Sendeoptionen im Belegsendeprofil:

FeldSteuerungWerte/OptionenBemerkung
DruckerAusdruck beim Buchen/SendenNein / JaPhysischer Ausdruck, unabhängig von anderen Optionen
E-Mail-AnhangDateiformat für Anhang der E-MailPDF / E-Beleg / PDF und E-BelegSetzt E-Mail-Versand voraus, beeinflusst nicht die eigentliche Übertragung
DatenträgerLokale Datei-ErzeugungNein / PDF / E-Beleg / PDF und E-BelegSpeicherung unabhängig von Druck und E-Mail
Elektronischer BelegE-Document-Übertragung über DienstNein / Über Belegaustauschdienst / E-Beleg-WorkflowEinzige Option mit systemseitiger Übertragung
PDF-Belege kombinierenMehrere PDFs zu einer Datei zusammenfassenNein / JaGilt nur für E-Mail-Versand mehrerer Belege

Erläuterungen wichtiger Optionen

OptionWertBeschreibung
E-Mail–Steuert, ob eine E-Mail an den Debitor ausgelöst werden soll.
Ja (Aufforderung für Einstellungen)Beim Buchen und Senden werden die Einstellungen aus den Sendeoptionen angezeigt und können individuell angepasst werden.
Ja (Standardeinstellungen verwenden)Beim Buchen und Senden werden die Einstellungen aus den Sendeoptionen ohne Abfrage übernommen.
E-Mail-Dateianhang (nur aktiv, wenn E-Mail ≠ Nein)–Steuert, welche Dateien an die erzeugte E-Mail angehängt werden.
PDFDie PDF-Datei wird angehängt.
Elektronischer BelegDie XML-Datei wird angehängt.
PDF und Elektronischer BelegEs wird eine ZIP-Datei mit PDF- und XML-Datei angehängt.
E-BelegDie XML-Datei wird angehängt. Nur wählbar in Verbindung mit der Option E-Beleg-Workflow im Feld Elektronischer Beleg.
PDF und E-BelegEs wird eine ZIP-Datei mit PDF- und XML-Datei angehängt. Nur wählbar in Verbindung mit der Option E-Beleg-Workflow im Feld Elektronischer Beleg.
Datenträger–Steuert, ob bzw. welche Dateien erzeugt werden.
NeinEs wird keine Datei erzeugt.
PDFEs wird eine PDF-Datei erzeugt und im Downloadordner abgelegt.
Elektronischer BelegEs wird eine XML-Datei erzeugt und im Downloadordner abgelegt.
PDF und Elektronischer BelegEs wird eine ZIP-Datei (PDF + XML) erzeugt und im Downloadordner abgelegt.
Elektronischer Beleg–Steuert, ob E-Belege z. B. über einen Belegaustauschdienst an den bzw. die Empfänger übermittelt werden. Nur bei dieser Option erfolgt zusätzlich eine interne Protokollierung in der Microsoft-Tabelle E-Document.
NeinEs erfolgt keine Übertragung bzw. Protokollierung des E-Belegs.
Über BelegaustauschdienstDie Übertragung erfolgt über den entsprechend eingerichteten Belegaustauschdienst.
Erweiterter E-Beleg-WorkflowAlternativ kann ein Workflow eingerichtet werden, der den E-Beleg über den im Workflow definierten E-Belegdienst (und ggf. dessen Dienstintegration) verschickt.

Tipp

Für jedes genutzte E-Belegformat ein eigenes Belegsendeprofil anlegen (z. B. XRechnung, ZUGFeRD). Innerhalb eines Formats mehrere Profile nur bei unterschiedlichen Sendeoptionen anlegen (z. B. mit oder ohne E-Mail). Ein Standardprofil für alle übrigen Debitoren definieren.

Beispiele für Profile:

CodeBeschreibungStandardDruckerE-MailDatenträgerElektronischer Beleg
StandardKeine E-Belege, manueller VersandJaNeinNeinNeinNein
PEPPOLE-Beleg im Format PEPPOL BIS3NeinNeinJaJaNein
XRechnungFormat XRechnung mit DatenträgerNeinNeinJaJaNein
ZUGFeRDFormat ZUGFeRD mit DatenträgerNeinNeinJaJaNein

Hinweis

Für Miet- oder Betriebskostenabrechnungen gelten eigene Versandregeln, da diese über die RELion-Dokumente gesteuert werden. Soll daraus ein E-Beleg erzeugt werden, muss im Feld Datenträger eine Option ungleich Nein gewählt werden – idealerweise PDF und Elektronischer Beleg, damit die Dateien im Dokumentenarchiv abgelegt werden.

Belegaustauschdienst

Über die Suche den Menüpunkt Belegaustauschdienst-Einrichtung öffnen und den Dienst entsprechend der Übertragungsart konfigurieren. Details dazu in der Microsoft-Dokumentation: Einrichten eines Belegaustauschdiensts.

2 - Liste der erforderlichen Felder für elektronische Belege

Die Felder sind für die Erstellung von E-Belegen erforderlich und vor dem ersten Export zu prüfen.

Länder/Regionen

  • Für den Code DE muss das Feld ISO-Code den Wert DE enthalten.
  • Das Feld MwSt.-Schema muss gefüllt sein, für Deutschland mit dem Wert 9930.

Hinweis

Die offiziellen PEPPOL-Endpoint-Schemacodes (EAS) sind unter der PEPPOL-EAS-Codeliste verfügbar.

Debitor/Kreditor

Folgende Felder sind beim Debitor für die Erstellung von E-Belegen im Verkaufsprozess relevant:

  • Belegsendeprofil im Inforegister Allgemein, sofern vom Standard abweichend
  • Länder-/Regionscode im Inforegister Adresse und Kontakt
  • eine USt.-ID oder alternativ eine GLN
  • bei Auslandskunden zusätzlich der Währungscode
  • für das Format ZUGFeRD ggf. die Leitweg-ID im Inforegister Fakturierung

MwSt.-Buchungseinrichtung

Im Feld Steuerkategorie ist ein Code gemäß Codeliste UNCL5305 zu hinterlegen. Zulässige Codes (Stand: XRechnung 3.0.2, Dezember 2024; aktuelle Informationen ggf. online prüfen):

S(Standard rate)Für steuerpflichtige Umsätze, z. B. regulärer Steuersatz (19 %) oder ermäßigter Satz (7 %)
Z(Zero rated goods)Lieferungen oder Leistungen ohne Umsatzsteuer bei Vorsteuerabzug
E(Exempt from tax)Steuerfreie Umsätze ohne Vorsteuerabzug (z. B. Heilwesen, Versicherungen)
AE(VAT Reverse Charge)Umkehrung der Steuerschuldnerschaft (§ 13b UStG)
K(VAT exempt for EEA intra-community supply of goods and services)Innergemeinschaftliche Lieferungen (EU), steuerfrei
G(Free export item, tax not charged)Ausfuhrlieferungen ohne MwSt.
O(Services outside scope of tax)Umsätze außerhalb des deutschen Steuerrechts

Für den Export von Verkaufsbelegen werden folgende Angaben benötigt:

  • ZE-Stammdaten (Name, Adresse)
  • Bankverbindung
  • USt.-ID
  • Ländercode/Region

3 - Elektronische Belege Export

Beim Erstellen von elektronischen Belegen werden im XML-File statt der Firmendaten die Daten der Zuständigkeitseinheit (ZE) des Objekts übertragen.

Einführung

Beim Erstellen von elektronischen Belegen werden im XML-File statt der Firmendaten die Daten der Zuständigkeitseinheit (ZE) des Objekts übertragen.

Ein Buchen von Verkaufsbelegen ohne Objekt und Zuständigkeitseinheit ist nicht zulässig. Grundsätzlich werden die Daten der Eigentümer-ZE übertragen.

Ausnahme: Ist beim Objekt eine Fremdverwaltungs-ZE hinterlegt, werden deren Kommunikationsdaten (z. B. E-Mail-Adresse oder Telefonnummer) verwendet.

Hinweis

Das Feld Ihre Referenz sollte in der Verkaufsrechnung für die Nutzung der E-Belege-Funktion gefüllt sein, unabhängig davon, ob der Beleg versendet wird. Ausnahme: Im Belegdienst wurde statt Ihre Referenz die Option Debitorenreferenz gewählt. Dann muss beim Debitor eine Leitweg-ID hinterlegt sein.

Bankenfindung: Die Logik der Objektbankfindung bei E-Belegen entspricht der Logik beim Druck der Verkaufsrechnung.

Erstellung eines E-Belegs

Nach korrekter Einrichtung kann ein E-Beleg wie folgt erstellt werden:

  • Verkaufsrechnung anlegen.
  • Funktion Buchen und Senden wählen.
    • Die Ausgabe, Speicherung oder der Versand erfolgt gemäß den Einstellungen im hinterlegten Belegsendeprofil (PDF und/oder XML-Datei).

Weitere Informationen zur Einrichtung und Nutzung von E-Belegen im Verkauf sind in der Dokumentation unter E-Belege im Verkaufsprozess verwenden sowie im allgemeinen Überblick zu E-Belegen verfügbar.

Wie beschrieben, werden abweichend vom Standard in Business Central bestimmte RELion-Informationen berücksichtigt. Diese Anpassungen stellen sicher, dass

  • die Logik für das Objekt und die Eigentümer-ZE korrekt angewendet wird,
  • die Daten des Rechnungsstellers wie Name und Bankverbindung korrekt im E-Beleg erscheinen.

4 - Weiterführende Informationen

Überblick über die Artikel auf Microsoft Learn.

Die folgenden Artikel erläutern die Funktionen und die Einrichtung von elektronischen Belegen in Business Central.

Microsoft Learn

Überblick über E-Belegekonzeptioneller Einstieg in das E-Document-Framework
E-Belege einrichtenEinrichtung von Diensten, Formaten, Workflows, Belegsendeprofilen
E-Belege im Verkauf verwendenAnwendung im Verkaufsprozess
Bevorzugte Methoden der Übermittlung von Verkaufsbelegen einrichtenBelegsendeprofile im Detail
Belege und E-Mails sendenOptionen für Versand und Dateianhänge
Workflows in Business CentralGrundlagen zu Workflow-Ereignissen
Einrichten des Sendens und Empfangens elektronischer DokumenteLegacy-Funktionalität Elektronischer Beleg
Elektronische Belege sendenVersand über Belegaustauschdienste
Über das DatenaustauschframeworkHintergrundinformationen
Einrichten eines BelegaustauschdienstsKonfiguration der Datenübertragung

Technische Referenz (englisch)

Table „Document Sending Profile"technische Feldreferenz
Enum „Document Sending Profile Attachment Type"zulässige Werte des Felds E-Mail-Anhang
PEPPOL-EAS-Codelisteoffizielle Endpoint-Schemacodes